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Idee und Konzept von EuroLSJ

Zur Kurzbeschreibung des EuroLSJ-Konzepts in den Studies in Eurolinguistics, Vol. 9, Logos Verlag 2013...

Der eurolinguistische Blick auf die Sprachen Europas

die Sprachen Europas aus verschiedenen Blickwinkeln: klassisch (Kamera 1) und eurolinguistisch (Kamera 2)

Wenn man sich die sprachliche Gesamtwirklichkeit der Welt als eine Tabelle vorstellt, in der die Spalten die Sprachen darstellen (L1 bis Ln) und die Zeilen die sie konstituierenden Elemente (E1 bis En), wobei unter Elementen hier alle Bestandteile und Strukturmerkmale einer Sprache verstanden werden, dann haben die klassischen Sprachwissenschaften die Perspektive von Kamera 1: sprachenweise, über die Elemente hinweg. Dem gegenüber macht die Eurolinguistik in Bezug auf die Sprachen Europas eine 90-Grad-Drehung um die Materie herum und betrachtet die Wirklichkeit aus der Sicht von Kamera 2: Elementweise, über die Sprachen hinweg. Dies geschieht auch in der komparativen Linguistik, der Kontaktlinguistik und in ausführlichen etymologischen Beschreibungen einzelner Sprachen. Das besondere an der Eurolinguistik ist die Spezialisierung auf Europa, wo aufgrund kulturhistorischer Gemeinsamkeiten auch eine besonders enge Verwobenheit der Sprachen vorzufinden ist. Diese Verwobenheit zeigt sich in Form von Gemeinsamkeiten, die dadurch zu Tage treten, dass die Inhalte einer Zeile (d. h. die Daten bezüglich eines Elements) sich häufig über viele Sprachen hinweg ähneln.

Diese Ähnlichkeiten sind wichtige Hilfen beim Erwerb jeder europäischen Sprache, da bereits bestehende Sprachkenntnisse in dem Maß, in dem sie den Bestandteilen der neu zu erlernenden Sprache ähneln, das Verstehen dieser Sprache unterstützen. Dieser Effekt wird in der Kognitionspsychologie Lerntransfer genannt. Lerntransfer findet immer und überall auf natürliche Weise statt, wo versucht wird, etwas Neues zu verstehen. Durch Verdichtung der Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen Europas wird der Effekt des Lerntransfers für alle Sprachen Europas maximiert. Um dies zu erreichen, werden die ähnlichen Elemente auf gemeinsame Repräsentanten hin verdichtet. Deren Sammlung ist im Schema der Tabelle als Spalte L dargestellt, hinter Kamera 2, als Resultat von deren Beobachtungen.

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(c) Erhard Steller 2013

(c) Erhard Steller 2013